Was ist ein Trauma?

Wie schon beschrieben, begann sich die Resilienzforschung, mit der sich EURICORE beschäftigt, erst Ende des letzten Jahrhunderts zu entwickeln. Seine Ursprünge hat sie in einem Forschungsbereich, der sich wenig früher in den 1970er/ 1980er Jahren langsam etablierte: die Psycho-Trauma-Forschung. Leider vor einem traurigen Hintergrund:

Nach dem Vietnam-Krieg hatten viele zurückkehrenden Soldaten mit psychischen Problemen zu kämpfen. Das Phänomen war schon aus dem zweiten Weltkrieg bekannt und wurde dort erstmals dokumentiert: Als „Kriegszitterer“ wurden die Heimkehrer bezeichnet, die ständig an einem rätselhaften Körperzittern und großer Schreckhaftigkeit litten. Die Medizin nannte diesen Zustand „Kriegsneurose“. Doch erst Ende des ausgehenden Jahrhunderts begann sich die Forschung näher mit dem Thema zu beschäftigen und diesen Zustand als „traumatisiert“ zu bezeichnen.

Gleichzeitig gab es viele Menschen, die keine Kennzeichen einer Traumatisierung aufzuweisen schienen. Was waren die Gründe dafür? Das begann die etwas später entstandene Resilienzforschung zu hinterfragen. Von ihren Ergebnissen können wir sowohl in der Medizin als auch in der Wirtschaft profitieren.

Denn ein Psycho-Trauma ist der größtmögliche Stress, dem ein Mensch ausgesetzt sein kann: Immer dann, wenn er sich in einer für ihn lebensbedrohlichen Situation wiederfindet und dieser weder durch die biologischen Notfallprogramme „Kampf“ oder „Flucht“ entkommen kann. In diesem Fall fährt das Nervensystem auf das niedrigste Niveau zurück – und löst den „Totstell-Reflex“ aus. In der Umgangssprache ist das auch als „Schockstarre“ bekannt.

Um ein Trauma zu erleiden, muss diese Situation objektiv gesehen nicht lebensbedrohlich sein. Doch für eine Traumatisierung reicht es aus, sie subjektiv als lebensbedrohlich wahrzunehmen. Dabei sind Einzeltraumata, wie z.B. bei Naturkatastrophen, Unfälle oder Unglücke am bekanntesten. Sie werden als „Big-T-Trauma“ bezeichnet und finden in der Öffentlichkeit auch die meiste Beachtung.

Weniger bekannt sind die „Small-T-Traumata“: Hierbei handelt es sich um Ereignisse, die einzeln vielleicht gut zu verkraften wären. In Summe allerdings überlasten sie den Menschen und rufen dieselben Symptome hervor wie ein Einzeltrauma. Für die Betroffenen ist jedoch am schlimmsten, dass sie meist gar keinen konkreten Auslöser zuordnen können. Sie empfinden sich deswegen oft als minderwertig und wehleidig. Was sie leider oft auch von ihrer Umwelt zurückgemeldet bekommen, die das „merkwürdige“ Verhalten nicht nachvollziehen kann. Mobbing ist ein Beispiel für eine solche „allmähliche“ Traumatisierung, wie sie auch im betrieblichen Umfeld vorkommen kann.

Eine traumatische Situation muss übrigens nicht zwingend der Person selbst widerfahren, um bei ihr eine Traumatisierung auszulösen. Als Menschen sind wir emotional miteinander verbunden. Die Neurowissenschaften haben sogar nachgewiesen, dann sich diese Verbundenheit auch biologisch über die Nervensysteme widerspiegelt. Eine Bedrohung anderer Menschen, die wir miterleben, nehmen wir unter Umständen wie eine eigene Lebensbedrohung wahr. Daher können z.B. auch Hilfskräfte von Feuerwehr, Polizei oder Katastrophen-Helfer traumatisiert werden, obwohl sie selbst gar nicht direkt betroffen sind. In diesem Fall spricht man von einer Sekundär-Traumatisierung.

Zum Glück können wir dank unsere biologischen Resilienz solche Erlebnisse überwinden und aus Krisen sogar gestärkt hervorgehen. Der wichtigste Faktor scheint dabei ganz simpel zu sein: Menschlicher Zusammenhalt. Denn sobald ein Grundgefühl an Sicherheit wieder da ist, können wir uns aus der Schockstarre lösen und das schlimme Erlebnis überwinden. So entsteht aus einem Trauma möglicherweise große menschliche Reife und tiefer Zusammenhalt.

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