Was ist Hochsensibilität?

Studien gehen davon aus, dass ca. 15 bis 20 % der Bevölkerung hochsensitiv sind. Wie unsere Erfahrung zeigt, sind „Hochsensitive / Hochsensible Persönlichkeiten (HSP)“ unter Unternehmern und Gründern anscheinend besonders häufig vertreten. Das könnte daran liegen, dass sie durch ihre „Andersartigkeit“ von Unternehmen verkannt, schlimmstenfalls als „Low Performer“ eingestuft werden.  Die Extrovertierteren unter ihnen wagen dann den Sprung in die Selbstständigkeit, wo sie ihr Potenzial ausschöpfen können. Nicht umsonst ist die Lebenszufriedenheit von Unternehmern besonders hoch. Wenn Unternehmen HSP richtig einordnen und sie in ihrer Entfaltung unterstützen, können sie von ihren vielfältigen Talenten profitieren.

Anders als der Name es vermuten lässt, handelt es sich bei Hochsensiblen Persönlichkeiten nicht um „Sensibelchen“ im Sinne von „unbelastbaren Mimöschen“. „Sensibilität“ bezieht sich hier nicht auf die Gefühlswelt der Person, sondern vor allem auf die Informationsaufnahme und Verarbeitung im Gehirn. Neurowissenschaftlich gesehen verarbeiten Hochsensible Informationen aus ihrer Umwelt lediglich anders als andere Menschen. Während die Mehrzahl der Menschen eine relativ hohe Reizschwelle haben und viele Informationen sehr gut ausblenden können, ist diese Schwelle bei HSP deutlich niedriger. Ihre Sinnesorgane sind für Umweltreize „offener“, die Filter weniger aktiv. Die entsprechenden Bereiche im Gehirn sind daher deutlich aktiver – wo mehr Information ankommt, muss schließlich mehr Information verarbeitet werden.

Folgendes Beispiel soll Ihnen die Auswirkungen etwas verdeutlichen. Stellen Sie sich vor, Sie besitzen eine Schreibtischlampe. Eine von diesen ergonomischen Lampen, deren Leuchtelement Tageslicht simuliert. Also ein recht angenehmes Arbeiten, zumal Ihnen der Dimm-Schalter an der Lampe erlaubt, die Helligkeit Ihren Bedürfnissen anzupassen. So in etwa nehmen Nicht-Hochsensible Menschen ihre Umwelt wahr. Der Strom, mit dem die Lampe betrieben wird, ist die Menge an Umweltreizen, die bei ihnen eintrifft und verarbeitet wird. Mittels des Dimm-Schalters können sie die Menge regulieren. Die Tageslichtleuchte steht dafür, auf welche Weise die Reize umgewandelt werden, also wie viel Energie im Gehirn ankommt und verarbeitet werden muss. Welche Menge angenehm und gut zu verarbeiten ist, merken sie an der Helligkeit des Lichts.

Bei Hochsensiblen ist das anders. Bei ihnen treffen zwar zahlenmäßig genauso viele Umweltreize wie bei Nicht-HSP ein. Allerdings umfasst ihr Dimmer je nach Grad ihrer Hochsensibilität viel weniger Stufen als der bei Nicht-HSP oder fehlt sogar ganz. Deswegen fließt in ihrer Lampe deutlich mehr Strom, so dass auch keine Tageslichtleuchte, sondern eine Hallogenleuchte nötig ist, um mit dem ganzen Strom überhaupt fertigzuwerden. Und falls sich ihr Stromanbieter jetzt noch entschließen sollte, Strom nur noch mit 250 statt 230 Volt zu Ihnen zu leiten, können Sie sich vorstellen, was das für Auswirkungen hätte. Das beträfe allerdings auch Nicht-HSP. Bei denen dauert es nur länger.

(Für die Techniker unter Ihnen: Offen gestanden weiß ich nicht, ob man Halogenleuchten überhaupt dimmen kann. Ich habe das auch nicht extra nachgeforscht. Es kam mir hier mehr auf das Bild als auf die technische Korrektheit an. 😉 Die Halogenleuchte soll auch lediglich versinnbildlichen, wie das Potenzial der verfügbaren Energie ausgeschöpft wird und stellt damit keinerlei Wertung über die Intelligenz von HSP und Nicht-HSP dar. Wer also meinte, ich wolle damit sagen, HSP seien alle sprichwörtliche „große Leuchten“, der unterläge einem Irrtum. 😉 Zwar gibt es auch hochbegabte Hochsensible, ihr Anteil an den Hochbegabten insgesamt ist meines Wissens aber genauso groß wie der bei Nicht-Hochsensiblen. Der Grad an – neurologischer – Sensibilität sagt nichts über die Intelligenz eines Menschen aus. Hochbegabung und Hochsensibilität sind grundsätzlich zwei Paar Schuhe.)

Hochsensibilität hat Vor- und Nachteile. Einerseits können Hochsensible Informationen in ihre Entscheidungen einbeziehen, die Nicht-Hochsensiblen gar nicht zur Verfügung stehen. Das ermöglich ihnen differenzierte und damit tragfähigere Entscheidungen. Andererseits stellt die ständige Reizüberflutung der modernen Umwelt und Arbeitswelt eine permanente Belastung für die Nervensysteme dar, gegen die sich Hochsensible abgrenzen und die sie ausgleichen müssen. Bei einer ungünstigen Arbeitsumwelt, die das nicht erlaubt, können langfristig psychologische und psychosomatische Erkrankungen die Folge sein.

Wie Hochsensibilität entsteht, ist bisher weitgehend unerforscht. Es gibt einige Theorien dazu, die wir bei DDMC jedoch nicht vollständig teilen. Deswegen beschäftigt sich auch unser Forschungsbereich EURICORE damit. Fakt ist jedoch, dass es Hochsensible wohl schon immer gab. Schon der russische Medizin-Nobelpreisträger Iwan Pawlow, dessen Lerntheorien bis heute am Beispiel des „Pawlowschen Hundes“ gelehrt werden,  stellte in seinen Studien Unterschiede zwischen HSP und Nicht-HSP fest.

Wir bei DDMC meinen, dass es keine „Außenseiter“ gibt, sondern nur Menschen, die unterschiedlich sind. Wenn diese Unterschiedlichkeit anerkannt und als Bereicherung gesehen wird, dann profitieren alle Beteiligten. Dann können sowohl die einzelnen Mitarbeiter, als auch das ganze Unternehmen mehr Resilienz (Widerstandsfähigkeit in Krisen) erreichen und insgesamt nachhaltiger arbeiten.

Aus eigener Erfahrung, aber auch durch unsere Forschung wissenschaftlich fundiert kann DDMC Ihnen helfen, die Schätze zu heben, die in der Zusammenarbeit von Hochsensiblen und Nicht-Hochsensiblen verborgen liegen. Sowohl bei Arbeits- und Arbeitsplatzgestaltung, als auch bei der Team- und Persönlichkeitsentwicklung stehen wir Ihnen gern zur Seite. Wir freuen uns auf Ihren Kontakt!

 

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