Hochsensibilität und Unternehmen

“Hochsensibilität”, “Hochsensible Persönlichkeit”, “Hochsensitive Persönlichkeit” oder kurz “HSP” sind Begriffe, die in letzter Zeit immer häufiger in den Medien auftauchen. Doch was verbirgt sich dahinter? Und was bedeutet das für Unternehmen?

Hochsensible Persönlichkeiten (alternativ auch „Hochsensitive Persönlichkeiten“, auf Englisch „Highly sensitive persons“ oder kurz „HSP“) sind anders: Ihr Gehirn verarbeitet Informationen in anderer Weise als „Durchschnittsmenschen“. Ihre Sinnesorgane sind empfindlicher, ihre „Reizfilter“ durchlässiger. Woher das kommt, ist bisher weitgehend unerforscht. Auch unser Forschungsbereich EURICORE beschäftigt sich damit. Fakt ist jedoch, dass es Hochsensible wohl schon immer gab. Schon der russische Medizin-Nobelpreisträger Iwan Pawlow, dessen Lerntheorien bis heute am Beispiel des „Pawlowschen Hundes“ gelehrt werden,  stellte in seinen Studien Unterschiede zwischen HSP und Nicht-HSP fest.

Aus Sicht der heutigen modernen Neurowissenschaften ist Hochsensibilität vor allem eine Frage der Informationsverarbeitung der Nervensysteme. Bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomograhie weisen nach, dass bei Hochsensiblen bestimmte Gehirnbereiche besonders aktiv sind. Daher nehmen HSP eine Vielzahl von Zusatzinformationen auf, die an „normalen“ Menschen oftmals vorübergehen. Im Zeitverlauf der Evolution muss das für unsere Vorfahren, die noch als Nomaden in Sippen lebten, ein großer Vorteil für die ganze Gruppe gewesen sein. Schließlich brauchte es genau dieses „Zusatzinformationen“, um Gefahren möglichst frühzeitig zu bemerken und zu erkennnen.

Das hat im modernen Berufsleben Vor- und Nachteile. Da sie umfassendere Informationen aufnehmen, können Hochsensible meist differenziertere Entscheidungen treffen. HSP denken oft ganzheitlicher, komplexer und sind nicht selten besser als andere Menschen in der Lage, die Gesamtsituation und ihren Rahmen zu überblicken. Die Folgen ihrer Handlungen können sie bereits gedanklich in verschiedenen Varianten auf die Zukunft projizieren. Das macht sie in der Regel zu hervorragenden Strategen. Da ihre Interessen vielseitig sind und sie Ideen auch über bisherige Gedankengrenzen hinweg“spinnen“ können, legen sie den Samen für vielfältige Innovationen.

Trotzdem bleiben die Potenziale Hochsensitiver oft brach liegen, ja, werden sie sogar als „Low Performer“ verkannt. Denn obwohl sie überaus leistungsfähig sein können, sind sie oft zurückhaltend bis introvertiert. Sie sind oft die stillen Denker, die kreativen Visionäre und die sanften Seelen, die Abteilungen in Krisenzeiten zusammenhalten können. Doch genau diese Zurückhaltung steht ihnen im lauthalsen Wettbewerb auf der Karriereleiter nicht selten im Weg. Ihre Emotionalität – die sowohl sanft als auch überraschend „aufbrausend“ sein kann – tut ihr Übriges. Sie als „Sensibelchen“ oder im Gegenextrem als „Choleriker“ einzuordnen, wäre trotzdem falsch. Denn neurologisch gesehen sind ihre Reaktionen die gleichen wie die von nicht-nochsensiblen Menschen – nur, dass sie bei HSP aufgrund der niedrigen Reizschwelle etwas intensiver ausfallen können. Oft halten HSP sich daher aufgrund ihrer Andersartigkeit selbst für „falsch“ und fühlen sich als Außenseiter.

Durch die Vielzahl von Reizen, die auf sie einströmen, brauchen Hochsensitive viel Raum zum Rückzug, um die Informationen verarbeiten zu können. Manchmal scheinen sie regelrecht menschenscheu, was sie als Führungskräfte zu disqualifizieren scheint.  Doch durch ihre feinen „Antennen“ sind sie vielfach hochempathisch und sehr gut in der Lage, sich in ihre Mitmenschen hineinzuversetzen. Als Führungskräfte sind sie in wertschätzenden Unternehmen daher echte Erfolgstreiber. Werden ihre Grenzen jedoch nicht geachtet und dauerhaft überbelastet, können ernste psychologische und psychosomatische Erkrankungen die Folge sein.

Studien zufolge sind HSP gar nicht einmal so selten: 15 bis 20 % der Bevölkerung sind hochsensitiv. Wie unsere Erfahrung zeigt, sind anscheinend eine Vielzahl von Unternehmensgründern hochsensitiv: Von Unternehmen verkannt, schaffen sie sich – kreativ wie sie sind – ihren eigenen Raum zur Selbstverwirklichung.

Schwierigkeiten können dann auftreten, wenn es ernste Konflikte mit Kunden gibt oder aus der Haltung „ich will keine Sklaventreiber-Chef sein“ Führungsverantwortung unzureichend übernommen wird. Oder wenn sie unzureichend Grenzen setzen und sich in der Selbstständigkeit selbst aufreiben, weil sie zu wenig eigenen Raum zur Erholung haben.

Hochsensitive sind weder „besser“, noch „schlechter“ als andere Menschen. Sie sind nur einfach anders. Das Wissen um die Besonderheiten eines jeden Einzelnen im Team, ob HSP oder nicht, kann die Zusammenarbeit stärken und beflügeln. Ob Angestellte oder Unternehmer, HSP brauchen einen besonderen Rahmen, um ihre Fähigkeiten voll entfalten zu können. Und auch Nicht-HSP kommt es zugute, wenn die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen werden. Denn oft resultiert daraus ein freundlicheres und effzienteres Arbeitsklima, wenn es „menscheln“ darf. Firmen profitieren von ausgeglicheneren Mitarbeitern und einer höheren Mitarbeiterbindung.

Mehr zum Thema Hochsensibilität finden Sie in unserem Forschungsbereich EURICORE. Ob Sie oder einer Ihrer Mitarbeiter hochsensibel / hochsensitiv ist, können Sie mit unserem „Kurztest: Bin ich hochsensibel?“ herausfinden. Wenn die Mehrzahl der Punkte zutrifft, spricht das dafür, dass auch Sie oder einer Ihrer Mitarbeiter hochsensibel / hochsensitiv ist. Herzlichen Glückwunsch! In Ihrem Unternehmen schlummert ein Schatz. Wir helfen Ihnen, ihn zu heben!

Wir bei DDMC kennen uns mit Hochsensibilität aus. Einmal, weil die Unternehmensgründerin Anja Eigner selbst so eine „sensitive Powerfrau“ ist. Zweitens hat sie als systemische Beraterin schon viele Hochsensible als Unternehmer oder Führungskraft begleitet. Und zum Dritten, weil Hochsensitivität auch in den Forschungsbereich von EURICORE fällt. Auch der Informations- und Forschungsverbund Hochsensibilität e.V. (IFHS) hat DDMC als professionellen Kontakt vor Ort in Sachen Management Consulting und Führungskräfteentwicklung für Hochsensible gelistet.

DDMC und EURICORE helfen Ihnen dabei, die Potenziale Ihrer hochsensiblen Mitarbeiter ebenso auszuschöpfen wie die Ihrer nicht-hochsensiblen Mitarbeiter:

  • Welches Arbeitsumfeld Hochsensible brauchen, um sich bestmöglich entfalten zu können;
  • wie HSP und Nicht-HSP optimal zusammenarbeiten und
  • wie Sie als Unternehmen Ihr Team dabei ideal unterstützen,

basiert bei DDMC nicht nur auf Bücherwissen, sondern auf eigener Erfahrung. Die Forschung von EURICORE fundiert die Beratungsarbeit nun auch wissenschaftlich.

Von „A wie Arbeits- und Arbeitsplatzgestaltung“ bis „Z wie Zentriertes Arbeiten in stressigen Zeiten“ stehen wir Ihnen gern zur Seite. Sprechen Sie uns  an, wenn Sie die Potenziale von HSP ausschöpfen wollen. Wir freuen uns auf Ihren Kontakt!

 

 

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